Bestandsaufnahme

Die Übernahme eines Unternehmens ist ein Schritt mit weit reichenden Konsequenzen für alle Beteiligten. Damit ihr euren Kurs dabei von vornherein richtig setzt, ist es wichtig, dass ihr euch umfassend informiert und viele Fragen für euch und das eigene Umfeld bereits im Vorhinein klärt. Es ist wie sonst auch im Leben: Nur wenn ihr euren aktuellen Standort exakt kennt, könnt ihr den optimalen Weg finden, der euch zu eurem Ziel führt. Nehmt euch deshalb die Zeit und beschäftigt euch eingehend mit den Fragen des Kapitels „Persönliche Bestandsaufnahme“. Die Antworten, die ihr hier findet, sind euer individueller Kompass für die folgenden Schritte auf dem Weg zu einer erfolgreichen Unternehmensübernahme. Dabei geht es zunächst um die Beteiligten.

Die Qualifikation

Die Persönlichkeit eines Unternehmers oder einer Unternehmerin und seine bzw. ihre Kenntnisse und Fähigkeiten sind zentrale Erfolgsfaktoren für einen mittelständischen Betrieb. Daher versuchen viele Übergeber ihr junges Ebenbild zu finden.

Wichtiger ist jedoch: Ist der mögliche Nachfolger oder die Nachfolgerin den Anforderungen der Zeit gewachsen? Klar ist dabei, dass in jedem Unternehmen andere Anforderungen gestellt werden – DEN optimalen Nachfolger gibt es natürlich nicht. Überlegt auch, welche Aufgaben ihr in Zukunft zusätzlich übernehmen müsst, weil vielleicht mit dem bisherigen Inhaber auch andere Mitarbeiter den Betrieb verlassen. Mit einem Qualifikationsprofil kannst du prüfen, ob duden Anforderungen des Betriebes gewachsen bist. Wo ergeben sich Lücken? Überlegt, durch welche Maßnahmen die Qualifikation verbessert werden kann (z. B. Weiterbildungen und Seminare). Beachtet hierbei vor allem, wie viel Zeit bis zur endgültigen Übernahme bleibt. Das Ergebnis kann auch zu personellen Veränderungen führen: Vielleicht muss eine zusätzliche Person eingestellt werden, die eventuelle Schwächen auffangen kann.

Ziele

Eine Unternehmensübertragung muss von Übergebenden und Übernehmenden gemeinsam und zum Wohle des Unternehmens angegangen werden. Der zweite Bereich der Bestandsaufnahme beschäftigt sich mit den konkreten Wünschen für die Nachfolgeregelung. Dabei ist es wichtig, dass alle Beteiligten ihre Wünsche und Ideen offen auf den Tisch legen. Fragt also auch eure Übergabepartner. Ihr werdet bei der Ausarbeitung eurer Ziele schnell merken: Die Wünsche, Vorstellungen und Handlungen der Beteiligten sind eng miteinander verknüpft und oftmals voneinander abhängig. Gelingt es, die Interessen von Übergeber, Übernehmer und Unternehmen auf einen Nenner zu bringen, ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Nachfolgeregelung erfüllt.

Nicht selten scheitern jedoch vermeintlich sinnvolle und praktikable Lösungen, weil einer der Beteiligten andere Vorstellungen hat. Vielleicht möchtet ihr als Nachfolger möglichst schnell freie Hand im Betrieb, während der Übergeber noch gerne ein Wörtchen mitreden möchte. Wenn sich bei der Festlegung der Ziele Konflikte ergeben, muss fair verhandelt werden. Erarbeitet gemeinsame Lösungen, die für alle Parteien akzeptabel sind. Und sagt sofort, wenn ihr mit bestimmten Regelungen nicht einverstanden seid. Wenn ihr Ärger zu diesem Zeitpunkt der Planung herunterschluckt, kann eure Unzufriedenheit die ganze weitere Übertragung gefährden.

Vergesst nicht, dass auch das Unternehmen Ansprüche an eine Nachfolgeregelung stellt. Das könnte die Stabilität in der Mitarbeiterstruktur betreffen, oder auch die notwendigen Finanzen für Investitionen. Auch hier können Zielkonflikte entstehen: Erwirtschaftet das Unternehmen beispielsweise nur geringe Erträge, sind Pensionszusagen an den bisherigen Inhaber nicht so einfach zu realisieren. Werden diese unternehmerischen Ziele nicht erfüllt, gefährdet man unter Umständen die zukünftige Existenz des ganzen Betriebes.

Nun seit ihr dran: Was ist für die langfristige Existenz des Unternehmens besonders wichtig? Formuliert die Anforderungen des Unternehmens. Überlegt anschließend, welche Ziele für euch persönlich wichtig sind. Beschreibt möglichst genau, was ihr mit der Unternehmensübertragung erreichen wollt. In welchen Punkten seht ihr Diskussionsbedarf? Wo könnte es einmal Streit geben? Nachfolgend findet ihr zur Anregung ein paar Beispiele.

Aufgaben für dieses Thema

  • Überlegt anhand der Gliederung  in Felden/Pfannenschwarz: Unternehmensnachfolge, welche Kapitel(-teile) werden für die Bearbeitung benötigt
  • Besorgt euch ggf. weitere (branchenspezifische) Literatur.
  • Schaut euch die Materialien zu diesem Bereich auf dieser Webseite an.
  • Sendet mir einen Onepager zu diesen Themen mit den wichtigsten Erkenntnissen aus eurem Unternehmen.

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